Wie geht Flachdach?

2017 war das erste Jahr im Zeichen der neuen Flachdachrichtlinie. Das sorgt naturgemäß für Diskussionen und Fragen. Wir beantworten die wichtigsten.

Wie wurden die Neuerungen vermittelt?

Grundsätzlich ist die Flachdachrichtlinie Teil des Regelwerks. Das heißt: Wer das Regelwerk des Dachdeckerhandwerks abonniert hat, ist immer auf dem neuesten Stand. Zusätzlich haben ZVDH und die Landesverbände in vielen Veranstaltungen die Inhalte vermittelt. Allein der Zentralverband trug vor über 4.500 Betrieben vor.

Ein zentrales Thema ist das Gefälle – was hat sich dort getan?

Die Herstellung eines Gefälles im Flachdach bleibt ein grundsätzliches Ziel, auch im neuen Regelwerk. Die Regelgeber wollten aber auch dem Umstand Rechnung tragen, dass es Konstruktionen gibt, in denen das Wunschgefälle von mindestens 2 % ausführbar ist aufgrund von Rahmenbedingungen, die der Dachdecker nicht beeinflussen kann. Daraus ergibt sich: Wenn belegbare Gründe vorliegen, kann das Gefälle von 2 % unterschritten werden. Zum Beispiel: wenn die Konstruktion nicht mehr hergibt, die Anschlusshöhen nicht machbar sind oder in den örtlichen Bauordnungen entsprechende Forderungen gegeben sind.

Ist stehendes Wasser auf dem Flachdach ein Mangel?

Nicht unbedingt. Die Vermeidung von stehendem Wasser auf dem Flachdach, sagt ZVDH-Techniker Christian Anders, „ist nicht der Regelfall, sondern die Ausnahme. Das pfützenfreie Dach ist ein Sonderfall.“